Erfahrungsbericht Alpe Adria Sailing Week 2010 | Print |  E-mail
Friday, 25 June 2010 15:04

Die Organisatoren versprachen im Vorhinein Rekordteilnehmerzahlen, spannende Rennen in diversen Klassen und Gesellschaftliche Highlights. (http://www.ocean7.at/news,id985,countdown_sailingweek_yca.html, Zugriff am 21.05.2010)

 

Der erste Eindruck den wir von der Veranstaltung bekamen war leider ein anderer. Als wir unsere gecharterte Janneau 35 One Design (Baujahr: geschätzt 1990) genauer unter die Lupe nahmen fanden wir leider einige Unzulänglichkeiten. Da wir auf dem Boot übernachten wollten begeisterten uns die völlig durchnässten Polster, der ungereinigte Schiffsboden und das verdreckte (und ebenso riechende) WC wenig. Auf Nachfrage bei den anwesenden Mitarbeitern der Charterfirma antworteten uns diese: „Das ist ein Regattaschiff, es ist nicht zum Schlafen gedacht.“ Nachdem wir unsere Sprachlosigkeit überwunden und mit dem ebenfalls vor Ort gewesenen Verantwortlichen der Charteragentur unsere Lage diskutiert hatten wurde uns seitens der Veranstalter ein Zimmer für zwei Personen in einem nahe gelegenen Hotel offeriert, was wir dankend annahmen. Die weiteren vier Crewmitglieder mussten allerdings ein Appartement beziehen und für die so entstanden Nebenkosten aufkommen.

Trotz oder gerade wegen des Alters unserer „Skradin“ gefielen uns ihre Segeleigenschaften. Das kompromisslose, auf Regattasegeln ausgelegte Deckslayout sind wir auf Dickschiffen in dieser Form nicht gewöhnt, werden doch die sonst üblichen Einheitsklassen wie z.b. Elan 340, Bavaria 42 Match oder Salona 37 weitaus gemütlicher ausgeliefert. Gerade diese ungewohnte Sportlichkeit verhalf der Mannschaft sich überaus schnell in „Racing Mode“ zu begeben, ihre alltäglichen Problemchen zu vergessen und sich ganz und gar auf die Regatta zu konzentrieren.

Die erste Wettfahrt war von leichten Winden und extremen Winddrehern gekennzeichnet, als wir es schafften nach (gefühlten) Stunden um die Luvboje zu gehen mussten wir zur nächsten Boje abermals aufkreuzen. Dieser Winddreher war auch schuld, dass wir die Boje streiften und uns entlasten mussten. Der bereits ersegelte Vorsprung auf den Zweit-Platzierten reichte jedoch aus um ungefährdet als Erstes durchs Ziel zu gehen. Auch alle weiteren Wettfahrten konnten wir für uns entscheiden. Der Sieg des Austria Cups 2010 war damit sicher.

Summa summarum lässt sich sagen, dass sich die Veranstalter sehr viel Mühe gegeben haben, um den Gästen zu gefallen. Das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen, und die überaus sportliche Einheitsklasse mit eigenem Start ist ein Format mit Zukunftspotenzial. Der Austragungsort Izola bzw. Portoroz hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen kroatischen Veranstaltungsorten: Er ist von Österreich nur einen „Katzensprung“ entfernt und liefert ansonsten ähnliche Rahmenbedingungen. Es gibt aber auch Wermutstropfen: Der täglich erscheinende Newsletter war freundlich ausgedrückt „verbesserungswürdig“, besonders die Textpassagen ließen die Leser über die Rhetorikkenntnisse des Verfassers zweifeln. Auch wenn die Affinität des Herausgebers mit dem veranstaltenden Club durchwegs bekannt ist, verwunderte es doch sehr wie man Teilnehmer anderer Clubs medientechnisch ignorieren konnte, noch dazu wenn sie mit fünf ersten Plätzen das erfolgreichste Team der Regattaserie waren. Zum Abschluss soll noch eines gesagt werden: Die tägliche Mitglieder-Anwerbung des veranstaltenden Clubs wurde von Tag zu Tag peinlicher, und sollte auch nicht auf einer sportlichen Veranstaltung passieren…

Last Updated on Friday, 25 June 2010 15:23
 

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